Über mich

Mit "Heart of Glass" von Blondie fing 1979 alles an. Ich war verrückt nach dem Lied und und konnte meinem Vater den heiß geliebten Plattenspieler abschwatzen, um die Single damit rauf und runter hören. Damit habe ich meine Eltern wohl in den Wahnsinn getrieben. Der Plattenspieler steht heute noch, auch wenn ich ihn nur selten benutze. Zu der Zeit muss es auch gewesen sein, dass ich mit meinen Freundinnen in einer kahlen Garage stand und wir uns zu T.N.T. von AC/DC die Seele aus dem Leib rockten. Ich wäre so gern der Sänger gewesen, durfte aber nur an die Luftgitarre.

Ich bin ein Kind der 80er und so ging es direkt weiter mit der Neuen Deutschen Welle. Der anstößige Text von Skandal um Rosie hat uns damals noch rote Ohren beschert. Poster von Duran Duran und Kajagoogoo zierten meine Wände, bis ich dann meine bis heute bestehende Liebe zu Prince entdeckte. In meiner revolutionären Pubertätsphase gab einen Ausflug in Richtung Anne Clark, The Cure, Philipp Boa, Talking Heads, The Clash. Ich wollte Gruftie werden. Zum Glück hat das nicht geklappt. Dann gab es eine rasante Kursänderung, als die ersten Rapper bekannter wurden. Kurtis Blow, Grandmaster Flash and the Furious Five brachten mich immer auf die Tanzfläche. Ebenso Klassiker wie Earth, Wind & Fire, Aretha Franklin oder Kool and the Gang. Nebenbei bemerkt, mein erstes Konzert. Oder waren das Frankie goes to Hollywood? Eins von beiden jedenfalls.

In den 90ern stand ich total auf den Rock der 70er, hing nächtelang während des Studiums in dunklen Kaschemmen herum und versuchte herauszufinden, mit wie wenig Schlaf ich wohl auskommen könnte. Besuche in Roskilde rundeten den Versuch erfolgreich ab.

Wie hat das mit dem Auflegen angefangen?

Natürlich läuft da gerade keine Musik auf dem Kopfhörer 🙂

​Eines Tages bot sich mir eine Chance. Die habe ich ergriffen und damit meine Leidenschaft für Musik zum Beruf gemacht. Schuld ist mein Labrador Alma. ​Eigentlich wollte ich während des Spazierengehens nur auf die Toilette. Und wie so häufig entwickelte sich über den Hund ein Gespräch, in diesem Fall mit der damaligen Inhaberin des Familienecks, einer kleinen Szenekneipe im Herzen Ottensens. Wie ich so bin, sagte ich "Och, wenn dir mal ein DJ fehlt, dann sage doch Bescheid!" Und irgendwann klingelte tatsächlich das Telefon.

Aus diesem aufgeregten ersten Gig an einem Sonntagabend mit ein paar CDs im Gepäck entwickelte sich etwas, mit dem ich im Leben nicht gerechnet hätte. Danke dafür!

Meine Jahre im Da Caio im George Hotel

Nach und nach kamen die ersten Veranstaltungen. ​Und es ergab sich die Gelegenheit, im Da Caio aufzulegen. Drei Jahre habe ich in der exklusiven Bar des George Hotels in St. Georg Freitagabends für Musik hauptsächlich aus den Stilrichtungen Disco, Funk & Soul gesorgt und dabei tolle Kontakte geknüpft. Und nicht zuletzt meinen Lieblingscocktail Moscow Mule entdeckt. Danke dafür an Rike und Axel, die ich bis heute musikalisch auf ihren Veranstaltungen begleiten darf. Ich musste allerdings auch feststellen, dass es auf der einen ​Seite Vorteile hat, nur die eigene Lieblingsmusik auflegen zu dürfen. Aber ohne ein tanzendes Publikum ist es auch recht langweilig. Und es war eben nur Hintergrundmusik im Da Caio. So hing ich den Job dann doch irgendwann an den Nagel.

Was für ein Glück, wenn aus einem Hobby ein Job wird!

Mittlerweile fahre durch halb Norddeutschland von Flensburg über Kiel bis in die Nordheide. Erst war es wirklich nur die Musik, heute habe ich ein ganzes Equipment inklusive Beleuchtung dabei. Es macht mir einfach große Freude, die Menschen mit meiner Musik zu erreichen und zum Tanzen zu bringen. Danke auch an alle diejenigen, die mich in den letzten zwölf Jahren an ihre Familien, Freunde und Bekannte weiterempfohlen haben!

Was höre ich privat?

Ich habe keine bestimmte Musik, die es sein muss. Und so höre ich viele Stilrichtungen, Altes und Neues, je nach Lust und Laune. Für Experimente bin ich auf jeden Fall immer zu haben. So bin ich vor vielen Jahren auf Jazz gestoßen. Eine besondere Vorliebe für Disco und Funk der 70er habe ich aber behalten. Und vielleicht sind es doch auch die 80er, denn ich denke da gerade an meine eine Freundin. Immer, wenn wir zusammen kochen oder nur reden, wird die Frage gestellt: "80er?" und mit "Los, mach an!" beantwortet.

Wie nenne ich mich: DJ oder DJane?

​Heisst das eigentlich DJ? Oder lieber DJane? Ich habe mich immer noch nicht entschieden, was mir besser gefällt. Normalerweise bin ich dafür, Frauen explizit zu erwähnen. Aber wer mich sieht, weiß sofort, da steht eine Frau. Und in Verbindung mit Mitzi Trone, erkennt man es vermutlich auch sofort.

Mitzi Trone?

Ach ja, woher kommt denn bloß dieser Name? Mitzi Trone? Dazu gibt es natürlich auch eine Geschichte: Es war Mitte der Neunziger, ich arbeitete während des Studiums im Restaurant Bauch von Kiel. ​Jemand bestellte bei mir an der Bar einen Espresso mit Zitrone. Diese Mischung soll angeblich gegen Kopfschmerzen helfen. Aber vielleicht war es doch der Gin Tonic mit Zitrone. Das zumindest behauptet der Urheber meines Künstlernamens. Jedenfalls sagte dieser Mann: "Warum sagst du denn immer Mitzi zu ihr? Heißt sie Mitzi? Mitzi Trone?" Und schon war ein Spitzname geboren, der mich von da an liebevoll verfolgte.

Dann fing ich an aufzulegen. Da sich DJ Anja höchst uninteressant anhört, musste ein anderer Name her. Und mir fiel diese Geschichte wieder ein. Und schon war Mitzi Trone geboren! Besonders freue ich mich darüber, dass mich nach so vielen Jahren immer noch etwas mit dem Bauch verbindet und ich heute als DJ bei Veranstaltungen empfohlen werde.

Und was mache ich sonst noch?

Ab und zu werde ich gefragt, ob ich das Auflegen hauptberuflich mache. Vielleicht hört es sich professioneller an, wenn ich sage "Ja!". Aber so ist das nicht. Und ich glaube, es würde mir dann auch keinen Spaß mehr machen. Jedes Wochenende zwei Nächte hintereinander durchmachen? Und was ist mit den restlichen Wochentagen, an denen nicht so viel passiert? Da würde ich mich doch langweilen. Also antworte ich wahrheitsgemäß mit "Nein".

Und was mache ich sonst noch? Ich berühre Menschen auf eine andere Weise, die so tief wie Musik geht und die das Leben verändern kann. Ich schreibe, ich zeige, ich bohre nach, ich lache und ich spreche Dinge an, die die meisten Menschen schon interessieren, über die sie aber nicht gern reden. Wenn Sie neugierig sind, können Sie diesen Link anklicken. Aber wundern Sie sich nicht. Was ich auf jeden Fall in beiden Berufen brauche, sind Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft, mich auf andere einzustellen.